Von der Kunst einen Kaktus zu umarmen
So lautete das Thema des kurzweiligen Vortrags von Friedhelm Hake zum Thema Pubertät. Auf Einladung der Elternpflegschaft der Philipp- Korte- Realschule Salzkotten fanden sich 130 interessierte Eltern für diesen 1 von 2 Themenabenden im Schulgebäude ein.
Gleich zu Anfang erteilte der Sozialpädagoge allen Rezepterwartungen der Eltern für den Umgang mit ihren Teenagern eine deutliche Absage. Pubertät sei kein krankhafter Seelenzustand und Erziehung ein komplexer Vorgang, bei dem viel Verständnis, aber auch eine klare Linie notwendig sei. Der Abschied aus der Kindheit sei auch für die Heranwachsenden eine zweischneidige Angelegenheit. Die Ablösung von der Fürsorge des Elternhauses produziere Ängste, es locke aber auch die Erwachsenenwelt: selber Essen machen, ins Kino gehen, irgendwann der Führerschein.
Zahlreiche Beispiele aus der Arbeit als Familientherapeuth mündeten immer wieder in oft überraschende Einsichten. Eltern sollten sich nicht immer Sorgen machen, wenn ihre Sprößlinge mit ihnen unzufrieden seien. Im Zuge der Pubertät lösen sich die Kinder vom Elternhaus. Man kommt aber nun mal nur sehr schlecht von Menschen weg, die man innig liebt.
Neben der Ablösung vom Elternhaus sei Sexualität das zweite große Thema in der Pubertät. Nur 30% - 40% der Jugendlichen würden überhaupt von ihren Eltern aufgeklärt, wobei sich gerade Väter der Veantwortung gegenüber ihren Söhnen oft entzögen.
In der abschließenden Fragerunde ließ sich Hake dann doch noch einige Tipps entlocken. So sollten Eltern erwachsen bleiben und nicht zu alten Jugendlichen mutieren. Außerdem sollte man wenige, aber wichtige Vereinbarungen treffen, diese müssten dann jedoch Kinder und Eltern einhalten.
Hoffnung machte Hake den Eltern am Schluss mit einer Untersuchung der UNI Bielefeld. In dieser gaben Kinder ihren Eltern im Durchschnitt die Schulnote 1,8.