Am 1 . April 1966 wurde in Salzkotten die `Städtische Realschule für Jungen und  Mädchen` gegründet. Nach fast 25jährigem Bestehen gab man ihr am 11.6.1990 den Namen "Philipp-Korte-Realschule", ein Anlass, sich mit dem Namensträger einmal näher zu befassen und sein Leben und Wirken zu beleuchten. Philipp Korte wurde am 3. Dezember 1730 in Deutmecke, einem kleinen Ort im Sauerland, geboren.

Seine Eltern waren schlichte Bauern. Aufgrund seiner besonderen Begabung durfte  er im Anschluss an die Volksschule das von Franziskanern geführte Gymnasium in Attendorn besuchen.   Sein gutes Auffassungsvermögen machte sich schon hier bemerkbar, ebenso seine Liebe und Neigung zu den naturwissenschaftlichen Fächern Physik und Mechanik. So soll er die Beweise für die damals noch wenig bekannte Kraft der Elektrizität an einer von ihm selbst gefertigten Elektrisiermaschine dargelegt haben. Er wanderte in den Ferien nach Frankfurt, um sich Werkzeug und Zutaten für seine mechanischen Versuche zu beschaffen. Das Anfertigen und Reparieren von Uhren erlernte er nebenher bei seinem Vermieter, einem Uhrmacher. 

Mit knapp 17 Jahren studierte Philipp Korte bereits an der Jesuiten-Universität in Paderborn die Fächer Theologie und Philosophie. Das Studium der Theologie dauerte  4 Jahre, das der Philosophie 3 Jahre und umfasste Logik, Physik und Metaphysik. Wie in seiner schulischen Ausbildung war er auch in Paderborn Primus seines Jahrgangs. Er erlernte die Sprachen Latein, Griechisch, Englisch, Französisch und Italienisch. Die Priesterweihe erfolgte am 21. September 1754.

Zu dieser Zeit war sein Landsmann Johannes Rieger aus Attendorn Pfarrer in Salzkotten und berief ihn am 19. September zu seinem Kaplan. Von hier aus bewarb sich Korte um verschiedene Pfarrstellen, so in Hövelhof, Neuhaus, der Marktkirche und der Busdorfkirche in Paderborn, die er schließlich am 4. August 1756 erhielt. Als im Oktober 1758 Pfarrer Johannes Rieger in Salzkotten verstarb und er sich um die Nachfolge bewarb, wurde ihm diese Stelle am 15. November zugewiesen.

Unter denkbar unglücklichen Verhältnissen musste er seine Tätigkeit als Pfarrer in Salzkotten aufnehmen, denn zwei Jahre zuvor war der Siebenjährige Krieg (1756-1763) ausgebrochen, der über das Hochstift Paderborn unsägliches Leid und Elend brachte.

In der von ihm verfassten "Geschichte der Stadt Salzkotten" schildert Korte Einzelheiten, die das Elend erahnen lassen. In dieser Situation suchte er allen Pfarrkindern mit Rat und Tat zu helfen.

Die Salzwerke hatten im Siebenjährigen Krieg ebenfalls gelitten und waren teilweise unbrauchbar. Zu dieser Zeit schöpfte man das Salzwasser mit Wurfschaufeln und leitete es über Strohgestänge zum Verdunsten - ein umständliches und kostenträchtiges Verfahren.

Pfarrer Korte besuchte die bekanntesten Salzwerke in Österreich und, von hier zurückgekehrt, fertigte ein Modell seiner Pläne an.

Gradierwerk in Salzkotten 2009 Der Fürstbischof beauftragte ihn daraufhin mit der Errichtung einer völlig neuen Anlage. Dieser ließ hohe Gradierwände mit Dornengeflecht errichten und mittels eines Kunstrades in der Heder das Salzwasser durch Pumpen auf diese Wände befördern, wo es ohne Handarbeit zum Verdunsten gebracht wurde. Die Salzkonzentration war beträchtlich besser, und mit neuen Gradierhäusern an der Upsprunger Straße sowie neuen Siedehäusern stellte sich in kürzester Zeit der Erfolg ein. Nachdem sich auch die übrigen Sälzer dem neuen Verfahren angeschlossen hatten, erreichte man eine so große Steigerung des Umsatzes an Salz, dass bereits am 17. Juli 1768 für das Fürstbistum Paderborn die Einfuhr ausländischen Salzes untersagt wurde. Über ein Jahrhundert bildeten die neuen von Philipp Korte für Salzkotten erdachten Salzwerke die Grundlage für den Wohlstand der Stadt.

Das Sälzerkollegium ließ Korte später für seine Verdienste hohe Geldbeträge zukommen, die er für wohltätige Zwecke verwenden konnte. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass nach Kortes Plänen auch die Salinen in Westernkotten erneuert wurden, wo man ihm nach dem Zweiten Weltkrieg 1958 einen Erinnerungsstein setzte.Von Philipp Kortes Fähigkeiten als Architekt profitierten Land und Bewohner ebenfalls.  Nach seinen Ratschlägen und Plänen wurden ein neues Pfarrhaus, eine Kaplanei sowie eine Schule und ein Armenhaus gebaut, er fertigte Pläne für verschiedene kirchliche und profane Bauten, so für den Erweiterungsbau der Kirche in Verne an und seinen Rat suchte man auch beim Straßen- und Brückenbau.

Nicht nur in Dingen des praktischen Lebens stand Korte seinen Mann. Als Mitglied der Akademie der Wissenschaften in London erhielt er im Jahre 1779 einen zweiten Preis für Ausführungen über Maße und Gewichte. Sein Büchlein "Kurzer Begriff der Rechnungswissenschaften der Landschulen" wurde allgemein Lehrern und Schülern empfohlen. Die aufgeführten vielfältigen Beschäftigungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Korte in erster Linie Pfarrer und Seelsorger seiner Gemeinde war. Dabei war ihm die Schule als Erziehungs- und Ausbildungsort ein besonderes Anliegen, zumal ihm die Aufsicht über die Schule oblag. Er förderte begabte Kinder durch Privatunterricht und baute 1793 eine neue Knabenschule, die er der Gemeinde schenkte. Für Schulzwecke machte er 1801 eine für damalige Zeit bedeutende Stiftung von 4000 Gulden (Kortesche Stiftung). Ebenso aus eigenen Mitteln erbaute er ein neues Armenhaus, welches er ebenfalls mit einer besonderen Stiftung ausstattete. Pfarrkindern und  Andersgläubigen stand er nicht nur als Seelsorger, sondern auch in den Fragen des täglichen Lebens mit Rat und Tat zur Seite. Die Auflösung des Hochstifts Paderborn durch den Einmarsch preußischer Truppen am 6. August 1802 überlebte er nur kurz. Am 15. Juli 1803 starb er im 73. Jahre seines Lebens als allseits geschätzter Pfarrer und beliebter Mensch.

Unsere Realschule trägt mit Stolz den Namen dieses ungewöhnlichen Mannes Philipp Korte.